Liebe Frau von Amsberg,
Ihnen und Ihrer Familie wünsche ich gesegnete Kraft zur Erinnerung an Ihren Dietrich von Amsberg!
Als ehemaliges Gemeindekirchenratsmitglied der ev. Auenkirchengemeinde in Berlin-Wilmersdorf zur der Zeit als Sie in unserer Gemeinde lebten und als Mitglied der Auenkantorei möchte ich daran erinnern, wie wertvoll der Einsatz Dietrich von Amsbergs in unserer Gemeinde war, als wir in 2012 ganz unvermittelt und schnell eine Vertretung für unseren Kantor und Organisten Jörg Strodthoff benötigten, weil dieser schwer erkrankte.
Damit war eine Kontinuität der Kirchenmusik in der Auengemeinde gesichert, wo doch die Kirchenmusik einen Schwerpunkt unserer Gemeinde innerhalb des Kirchenkreises Charlottenburg-Wilmersdorf darstellt.
Insofern sind wir Dietrich von Amsberg zu größtem Dank verpflichtet, weil gerade bei einer so hoch dotierten kirchenmusikalischen Stelle nur schwer eine Vertretung zu finden ist und die dann notwendig gewordene Neubesetzung durch das aufwändige Verfahren einige Zeit in Anspruch genommen hat. So wurde uns in sehr schwieriger Zeit professionell und schnell geholfen.
Zu dem letzten gemeinsamen Konzert am 22.November2014 füge ich gerne das Programmheft und das Plakat bei, wobei ich mir auf der Rückseite einer Plakatkarte ein paar Stichworte für die folgende kurze Ansprache nach dem Konzert zu unserem üblichen Zusammentreffen bei einem Büffett vermerkte:
„Lieber Herr von Amsberg,
bevor Sie etwas sagen, möchte ich Sie noch mit einer Tradition in der Aue vertraut machen.
Jörg Strodthoff hatte oftmals nach Konzerten einen kleinen Baustein zu Bachs Werken in spezieller Form erhalten. Sie sollen jetzt für die „Lücke“, die Sie bei uns ausgefüllt haben, ein Erinnerungsstück mitbekommen, das Bezug nimmt auf eine legendär gewordene Begebenheit: Nicht weit von hier trafen sich zwei berühmte Menschen, wofür ein Musikstück komponiert wurde … ihr wißt, worauf ich anspiele und ich benutze die Bezeichnung dieses Musikstücks als Symbol für Ihre Zeit bei uns.
Sie haben Ihren Gestaltungswillen bewusst zurückgenommen, was manche möglicherweise verunsicherte. Sie haben dennoch Ihren vollen Einsatz gegeben, den wir nicht immer bekommen haben, Sie haben sich in gewisser Weise geopfert – wir auch, wir opfern uns immer für die Kirchenmusik. In der Hoffnung, dass Sie sich mit unserem Anspruch eines Laienchores nicht zu sehr verausgabt haben, möchte ich Ihnen nun dieses Symbol des „musikalischen Opfers“ mit größtem Dank für Ihren Einsatz überreichen!“
(ich vermute, es handelte sich um eine Zinnfigur mit dem Abbild Johann Sebastian Bachs, der sich zu einem Besuch bei Friedrich dem Großen in Potsdam genötigt sah, wo sein Sohn Carl Philipp Emmanuel in Diensten stand. Darauf komponierte er das „musikalische Opfer“ – nachzuhören unter
https://www.br-klassik.de/themen/klassik-entdecken/was-heute-geschah-07-05-1747-johann-sebastian-bach-musikalisches-opfer-100.html)
Mit herzlichen Grüßen
Thomas Greif
